Vorwort von GM Karsten Müller
Fit im EndspielEine alte, auch in der legendären sowjetischen Schachschule häufig praktizierte Methode des Schachunterrichts besteht darin, am Ende anzufangen, also mit den Endspielen mit nur Königen und Bauern. Darauf aufbauend kann dann in den kompexeren Endspielen die Wirkungsweise der einzelnen Figuren besonders gut studiert werden.
Doch welche Bücher bieten sich an, um die Grundprinzipien des Endspiels zu erlernen? Die klassischen Werke wie die viele Bände umfassenden Abhandlungen von Juri Awerbach, André Chéron und Max Euwe sind wie die Endspielenzyklopädien als Nachschlagewerke unentbehrlich, doch für den Einsatz im Training zu umfangreich und zu trocken.
Dieser Problematik will Bernd Rosen mit seinem Buch Abhilfe verschaffen. Er hat das Material übersichtlich in 16 Kapitel gegliedert, die alle fast gleich aufgebaut sind. Nach einem einleitenden Beispiel, an dem das wichtigste Grundprinzip erläutert wird, folgen Aufgaben mit ausführlichen Lösungen, Regeln und Konzepten. So kann ein Trainer ohne große weitere Vorbereitung loslegen, und auch das Selbststudium wird erheblich erleichtert. Der Umfang, der den einzelnen Endspieltypen beigemessen wird, richtet sich im wesentlichen nach ihrer Bedeutung für die Praxis. So erhalten die sehr häufig vorkommenden Turmendspiele zu Recht vier volle Kapitel - nur den Bauernendspielen werden als Grundlage für das Folgende sogar fünf zur Verfügung gestellt. Doch auch die Springer-, Läufer und Damenendspiele kommen nicht zu kurz und das, obwohl das Buch nur wenig mehr als einhundert Seiten hat. Ein Grund mehr, sich dem faszinierenden Gebiet der Schachendspiele zuzuwenden, das nur allzu häufig etwas vernachlässigt wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Fit im Endspiel ganz gleich, ob das Buch im Training oder zum Selbststudium eingesetzt werden soll.
Hamburg, im August 2000
Karsten Müller

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